Zlin 242 L

Dieses Projekt, und damit auch meine aktuelle Schleppmaschine, entstand als Fortsetzung meiner alten Zlin. Die habe ich, wie berichtet, 2012 umgebaut, und, zumindest einen halben Tag lang, erfolgreich geflogen. (siehe Zlin - Umbau)

Da mir die Zlin im Vergleich zu anderen Schleppmaschinen am Besten gefällt, habe ich zum bekannten Modell, und damit auch zum gleichen Baukasten gegriffen. Im Dezember 2012 wurde das Paket von Modellbau Bichler abgeholt, und lagerte erst einmal eineinhalb Jahre in meiner Werkstatt. Im Juli 2014 war es dann soweit. Mitte August stand eine Woche Fliegerlager in Feistritz im Kalender, und bis dahin wollte ich die Zlin soweit fertig haben, dass ich damit fliegen und meine Kollegen mit ihren Seglern auch schleppen konnte.

Mittlerweile, es liegen 13 Jahre zwischen dem ersten und dem jetzigen Baukasten, hat sich an der Ausführung einiges verändert. JR Models baut den Rumpf mittlerweile in Sandwich-Bauweise, mit Einlagen aus Styropor. Die Tragflächen haben nun vom Werk aus Landeklappen vorgesehen. Das Bugrad ist stabiler. Sonst ist alles wie gehabt. Nach der Abwaage aller enthaltenen Teile stehen 8,2 kg auf der Liste. Das, und das wusste ich schon vorher, ist zu viel für mein Vorhaben, eine leichte und agile Maschine zu bauen. Der DA100, der schon in der letzten Zlin werkte, sollte das Modell ausreichend motorisieren, um Segler bis 5 kg fast senkrecht schleppen zu können. Somit musste einiges um- bzw. neu gebaut werden.

Was wurde verändert:

  • Die trapezförmigen Flächenanformungen am Rumpf wurden entfernt (Gewichtsreduktion 500g).
  • Die Flächen wanderten dadurch nach innen.
  • Die fehlende Spannweite wurde mit tragenderem Profil vor dem Randbogen dazugebaut.
  • Dadurch konnten die Landeklappen verlängert werden.
  • Die Deckplatten der Randbögen wurden ausgefräst (Einsparung 100g).
  • Die relativ dicken Endleisten von Querruder und Landeklappen wurden mit Balsa aufgedoppelt und verschliffen.
  • Die V-Form wurde fast auf Null reduziert, für neutralen Motorkunstflug (es muss ja nicht immer im Schlepp geflogen werden).
  • Das Seitenruder wurde aus Balsa neu aufgebaut, die Anlenkung, adequat zum Pinocchio, mittels Scheibe und Seil ausgeführt. (Original roh 280g, neu flugfertig 115g).
  • Das Hauptfahrwerk wurde in einer Hilfsform in Kohle/Kevlar neu gebaut (Einsparung 300g - robust und dämpfend).
  • Der Kabinenhaubenrahmen, der doppelwandig geliefert wird, wurde ausgeschnitten, Einsparung 510g.

Da die gepfeilte Flächenanformung vom Rumpf getrennt wurde, musste diese nachgebildet, und auf der Fläche angebraucht werden. Nachdem die Rumpf-Rippe vom abgetrennten Teil graphisch ermittelt wurde, habe ich die keilförmigen Teile aus Styropor geschnitten, mit 1mm Balsa beplankt und danach auf die Tragflächen geklebt. Um die Stufe so klein wie möglich zu halten, wurde entlang der Berührungskante ca 1mm tief verlaufend eingeschliffen. Die verbliebene Stufe wurde verkittet und verschliffen.
Die Aufdoppelung der Endleisten reduzierte die Dicke der selben von 8 auf 2mm und brachte einen Tiefenzuwachs von 15 mm. Dadurch erhöhte sich die tragende Fläche, die Flächenbelastung sank, und die Flugeigenschaften wurden gutmütiger.
Im Unterschied zur ersten Zlin wurden die neuen Edelstahl Auspuffrohre in Sandwichrohren aus 2mm Kevlarwaabe gelagert. Sie erhalten dadurch eine gute Kühlung durch den Fahrtwind. Gewicht pro Waabenrohr: 32g :-) Als Endstücke wurden Teile über einen Polokalbogen laminiert, und mit einem passenden Spant verklebt und in Flucht zu den Rohren eingepasst. Als Verschraubung dienen je zwei Schrauben M4.
Die vorhandene Schleppkupplung wurde auf einen Spant montiert, und gemeinsam mit dem vormontierten Servo in den Rumpf hinter die Kabinenhaube geklebt.
Für das Seitenruder wurde ein 300Ncm Servo eingebaut, womit auch das Bugrad über Seilzüge angelenkt wird.
Um auf die ehemalige aufwändige Druckluftbremse verzichten zu können, wurde eine Radbremse mit Servobetätigung entwickelt. Die Bremseinheit wiegt inklusive 35Ncm Servo nur 52g. Fotos davon folgen in Kürze…
Zum ersten Mal verbaute ich auch eine Bleuchtung, die mit dem Ausfahren der Landeklappen aktiviert wird. Das war eine nette "Spielerei" - mit dem Aurora Modul von iRC-Electronics (ehem. Emcotec) geht das wunderbar einfach, und es hebt den Gesamteindruck des Modells.

Alles in Allem war das ein sehr interessantes Projekt, und die Zlin wanderte vom Lagerplatz in drei sehr arbeitsintensiven Wochen zum Erstflug. Das Finish ist noch ausständig, und die Kabinenhaube gehört noch in den Rahmen geklebt, nachdem dieser an den Rumpf angepasst, und spaltfrei aufgedoppelt wurde. So ganz passt er leider nicht auf dem Rumpf. Das wird aber auf die "ruhigen" Wintermonate verschoben. Nach all der Gewichtsjagd musste natürlich auch das Gesamtgewicht ermittelt werden: 15,3kg abflugfertig.

Bei Interesse über mehr Details schreiben Sie mir einfach ein email, oder kontaktieren mich telefonisch.

 

Erstflugs-Video: