Yamaha XT 500 N - Restauration inkl. Kevlar Tank

Mein erstes Motorrad, eine XT 500, hat nach ein paar Jahren in einem anderen Haus 2005 wieder zu mir zurück gefunden, und wurde dann endlich der schon vor dem Verkauf geplanten Restauration unterzogen.

Früher Schwarz-Rot, sollte die "neue XT" das weitaus freundlichere Weiss-Rote Aussehen erhalten. Im Oktober 2005 wurde sie bis auf die letzte Schraube zerlegt, und im April 2006 war sie schon wieder auf der Straße.

Ich habe die XT 1997 gebraucht gekauft, umgerüstet von Ihrem ersten Besitzer auf kleine Blinker, andere Sitzbank und Nachbau Kotflügel, wofür sogar der Rahmen hinten abgeschnitten, und umgeschweißt wurde. Trotz mittelmäßigem Zustand hat sie (die XT) mich nie im Stich gelassen, und mich immer heim gebracht, auch wenn das Ziel Spanien war.

Die Restauration:
Nachdem alle Teile demontiert waren, musste zuerst das Heck des Rahmens wieder umgeschweißt werden, um einen originalen Kotflügel inkl. Rücklicht und Blinker überhaupt montieren zu können. Des Weiteren wurden alle Aufhängepunkte von Motor und Hinterradschwinge durch neue Blechteile ersetzt. Die Bohrungen waren schon vor meiner Zeit ausgeschlagen und rissig.
Nachdem alle Metallarbeiten fertiggestellt waren, wanderten der Rahmen und alle Anbauteile zur Pulverbeschichtung.
In der Zwischenzeit wurde der Motor komplett zerlegt. Alle Bauteile des Kettentriebes wurden ersetzt. Auf der Drehbank wurden die Ventilteller neu geschliffen, um damit die Ventilsitze neu einzuschleifen. Die Zylinderwand wurde neu gehohnt, und ein neuer Kolben inkl. Kolbenringe fanden Ihren Platz. Vor dem Zusammenbau wurden alle Gehäuseteile sandstrahliert und neu lackiert.

Nachdem der Motor fertig war, und der Rahmen mit neuem Farbkleid in der Werkstatt lag, wurden noch alle Kunststoffteile verschliffen und weiss lackiert. Aus Zeitmangel wurde auf den Neubau des Tanks in GFK/Kevlar verzichtet, und der originale Acerbis Tank ebenfalls weiss lackiert und vorerst verwendet

Neuer Kevlar-Epoxy Tank:
Bis zum Sommer 2013 musste sich mein altes Eisen gedulden, bis endlich auch der Tank neu gebaut wurde. Die Bauschritte kann man gut auf den Fotos nachverfolgen. Die Form wurde vom orginalen Tank gebaut, inklusive des Gewindes für den Tankverschluss. Hierzu war eine insgesamt vierteilige Form nötig. Das Laminieren war eine gut eingespielte Co-Produktion, für die ich sehr dankbar bin. Nach dem Entformen und der nötigen Dichtheitskontrolle wurde die gesamte Oberfläche angeschliffen und gefüllert. Nach dem Feinschliff folgte die weisse Lackierung, und zu guter Letzt wurden noch die Tankembleme geplottet.
Damit war die XT endlich wirklich fertig restauriert - Gut Ding braucht manchmal Weile.

Danksagung:
Ein besonderer Dank gebührt meinem Vater, der mir, aufgrund seiner Profession als Werkzeugmacher, auch schon lange vor der Restauration, immer wieder mit ausgeklügelten Reparaturen an einem Freitag Nachmittag zum einen eine Wochenendausfahrt ermöglicht, und zum anderen die Fahrt zur Motorrad-Werkstatt erspart hat. Drehbank, Fräse, Materialwissen und Kreativität machen es möglich. (Auch eine M5-Schraube eignet sich als Vergaserdüse! - sie verrichtet heute noch Ihren Dienst)
Danken muss ich auch meiner Julia - ohne Ihre Vehemenz hätte die XT wahrscheinlich nie wieder die Straße gesehen...